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Es gibt viele Berichte zu diesem Thema, und man kann die Antwort schnell zusammenfassen:

Hunde sollten jeden Tag mehrere Stunden wirklich entspannt schlafen können.

Und damit ist wirklich Schlafen am Tag gemeint, nicht der Schlaf in der Nacht, der kommt zusätzlich hinzu.

Schlafen ist herrlich.

Erfrischend, beruhigend und absolut notwendig für Körper und Seele.

 

Alte Hunde und Welpen schlafen deutlich mehr und sollten in diesem Bedürfnis auch ernst genommen werden.

Während der alte Hund einfach mehr Erholung braucht und schneller erschöpft ist, ist es für den Welpen zwingend notwendig, seinem Gehirn im Schlaf die Möglichkeit zu geben, Prozesse zu verarbeiten und zu lernen.

 

Es könnte also eigentlich ganz einfach sein.

Schlaf ist notwendig und gesund. Er hilft beim Lernen und Verarbeiten von Erlebnissen und Erfahrungen und gehört zum Hundeleben dazu.

 

Was aber immer wieder auffällt ist, dass einige Hundebesitzer diese Information verdrehen, um damit soziale Vernachlässigung zu rechtfertigen.

Viele Hunde sind täglich 10 Stunden allein in der Wohnung, während die Besitzer bei der Arbeit sind.

Erklärt mit der Begründung, sie würden sowieso den ganzen Tag schlafen.

Ein Schlafbedürfnis zu erfüllen heißt aber nicht zwangsläufig, dass der Hund sozial isoliert sein sollte.

 

Viele Hunde schlafen besonders gern und vor allem besonders entspannt in der Nähe ihrer Menschen oder Hundekollegen.

Manche ziehen sich auch gern in die andere Ecke des Zimmers zurück, oder liegen im Schlafzimmer, während der Besitzer im Arbeitszimmer am Computer arbeitet.

Dann und wann wacht der Hund auf, streckt sich und nimmt vielleicht kurz Kontakt zum Besitzer auf, bevor er sich wieder hinlegt.

Durch diese potenzielle Nähe können diese Hundetypen besonders entspannt schlafen.

 

Alte Hunde und auch Welpen wachen manchmal völlig desorientiert auf und müssen erst einmal verwirrt sortieren, wo sie sind.

Der kurze Kontakt oder Blick zum Sozialpartner kann dann schon ausreichen, um sich wieder zu beruhigen.

 

Es gibt sogar Hunde, die nur mit Körperkontakt zu ihrem Menschen oder anderen Hunden wirklich tief schlafen können.

 

Einfach davon auszugehen, dass es schon für jeden Hund erholsam sein wird, allein zu sein, kann also auch nicht die richtige Antwort sein.

Wie so oft ist es notwendig, sich seinen Hund genauer anzuschauen und zu beachten, was zu ihm und seinem Leben alles dazugehört.

 

So gibt es Hunde, für die es zwingend wichtig ist, endlich mal ihre Ruhe zu bekommen und weit weg vom Besitzer allein schlafen zu können. In einem abgeschiedenen Raum, vielleicht sogar einer verschlossenen Box in einem dunklen Zimmer.

Diese Hundetypen sind Hans Dampf in allen Gassen, überall auf der Suche nach Aktion und Aufmerksamkeit und nur nachts wirklich ruhig.

Ihnen tut man einen Gefallen, eine „stille Treppe“, einen Rückzugsort zu etablieren, an dem wirklich einfach nur geschlafen wird.

Genau das kann wiederum für einen anderen Hundetyp den blanken Horror bedeuten.

 

Als Besitzer lässt es sich leicht herausfinden, welcher Schlaftyp der eigene Hund ist, wenn man sich von den Informationen freimacht, die man sich mühsam angelesen hat.

So kann sich jeder Besitzer fragen: Wann schläft mein Hund wirklich durchgängig, tief und fest?

Was macht die Bedingungen dafür aus und wie kann ich versuchen, diese tagsüber nachzuahmen?

Wie kann ich Schlaf in qualitativ hochwertigen Schlaf für meinen Hund verwandeln?

Und bin ich als Mensch überhaupt dazu in der Lage, meinen Hund wirklich schlafen zu lassen und ihn nicht ständig mit meinem eigenen Bedürfnis nach Kontakt abzulenken?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass nicht der Hund es nicht ertragen könnte, den ganzen Tag „sinnlos“ unter dem Schreibtisch von Herrchen zu verschlafen, sondern dass Herrchen ständig streicheln, ansprechen und antworten muss, wenn der Hund nur einmal den Kopf hebt.

 

Schlafen entspannt und erholt.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass das ganze Leben ausschließlich aus Schlaf bestehen sollte.

Genauso wie Schlaf gehören zum Leben Bewegung, neue Eindrücke, sozialer Kontakt und frische Luft.

Manchmal lässt sich das Ganze miteinander verbinden.

Ein Schläfchen im Garten, oder neben einem Hundefreund zusammengekuschelt hat eine andere Qualität des Zusatznutzens, als das einsame, gelangweilte Warten auf den Besitzer.

 

Schlaf kann außerdem gezielt eingesetzt werden, um zum Beispiel das Lernen zu erleichtern. Gibt man dem Hund die Möglichkeit, nach dem Lernen neuer Verhaltensweisen, insbesondere dem Erlernen von Hemmungen, zu schlafen, so wird das neu Gelernte besser und tiefer im Gedächtnis abgespeichert.

Wer also gerade eben mit seinem Hund auf dem Hundeplatz geübt hat sich das Jagen zu verkneifen, der tut gut daran, den Vierbeiner danach nicht mit einem wilden Jagdspiel zu belohnen und all die bremsenden Prozesse im Hundekopf wieder auszuschalten, sondern ihn am besten direkt in einen Raum zu bringen, in dem der Hund ruhig und ohne Ablenkung schlafen kann.

So wird die Fähigkeit, sich in Zukunft besser und schneller zusammenzureißen zusätzlich gefördert und der Hund optimal im Lernprozess unterstützt.

 

Wieder einmal wird vieles erst im Kontext logisch. Alles ist miteinander verbunden, und die richtige Antwort auf das persönliche Schlafbedürfnis eines Hundes hängt von seiner Persönlichkeit und den individuellen Lebensumständen ab.

„Zu viel“ oder „zu wenig“ ist relativ.

Meine Meinung ist, dass es immer eine gut überlegte Einzelfallentscheidung sein sollte, ob es Sinn macht, einen Hund zu kastrieren.

Es gibt einige gute Gründe dafür und einige gute Gründe dagegen.

Am Schönsten fände ich, wenn die bereits erforschten Fakten allen zugänglich und klar wären, damit die Entscheidung auf einer guten Basis getroffen werden kann.

 

Was mich schockiert ist weniger die Tatsache, dass so viel kastriert wird, sondern eher wann und warum.

Selbst viele Tierärzte machen mir mit ihrer Uninformiertheit Sorgen.

Da wird mit Vorurteilen des letzten Jahrhunderts um sich geworfen, oder beim Gedanken an Krebsvorsoge vergessen, dass auch die Kastration das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.

Durch eine frühe Kastration verhindert man also nicht, dass der Hund Krebs bekommt, man ändert nur die statistische Wahrscheinlichkeit, welchen Krebs er bekommt.

 

Dazu kommen dann Gründe, die sich mir nicht erschließen wollen.

Da springt ein sehr junger Rüde dreimal bei einem anderen Hund auf, oder wird beim Geruch der ersten läufigen Nachbarshündin unruhig, und schon wird von Hypersexualität gesprochen und geschnitten.

Mal ganz ehrlich, wie wichtig war Dir das andere Geschlecht, als Du ungefähr 16 Jahre alt warst?

Ich würde mal sagen, dass ein ziemlich großer Teil des Denkens und Handelns in der Pubertät  mit Liebe, Sexualität und Freundschaften zu tun hat.

Das ist in der Pubertät des Hundes nicht anders.

Und es zeigt sich bei uns, dass die meisten trotz verpasster Kastration im Jugendalter wieder ganz normal werden, einfach nur durchs Erwachsenwerden.

Ein großes Interesse an Sexualität bei einem jungen Rüden ist also erstmal völlig normal und sagt nichts darüber aus, wie er sich als Erwachsener benehmen wird.

Und wie beim Menschen ist auch hier eher die Erziehung ausschlaggebend, ob sich später anständig benommen wird.

 

Auch Hündinnen werden immer wieder in meinem Umfeld kastriert, weil sie scheintragend werden.

Da versteckt die Hündin nach der Läufigkeit eine Socke in ihrem Körbchen, und schon wird mit der Begründung des schwerwiegendes Leids in einer großen Bauchraumoperation ein Organ entnommen.

Die Scheinträchtigkeit der Hündin ist ein normaler und natürlicher Prozess und heißt erstmal noch nichts. Ob die Hündin dabei so extrem reagiert, dass man von Leid sprechen kann, muss individuell betrachtet werden.

 

Wie oben bereits erwähnt, bin ich nicht grundsätzlich gegen Kastration.

Ich bemerke in meiner Arbeit nur immer mehr völlig unkontrollierte und ungehemmte Hunde, die durch die fehlende Reifung, die eine frühe Kastration bewirkt, lebenslang Probleme mit ihrer Selbstkontrolle haben.

Ich habe immer mehr Rüden im Training, die durch eine Kastration einen so niedrigen Testosteronspiegel haben, dass sie unter den gut erforschten Nebenwirkungen einer Unterversorgung leiden:

Erhöhte Aggressivität, Unruhe, Unsicherheit, aufbrausendes Verhalten, unfaires Verhalten und schlechte Hemmung in der Auseinandersetzung.

Weil viele immer noch denken, dass Rüden durch ihre Unversehrtheit öfter Aggression zeigen, ist es in der Hundewelt immer noch nicht zur Genüge durchgedrungen, dass zu wenig Hormone ebenfalls aggressives Verhalten hervorrufen.

Nur eben noch enthemmter und heftiger, weil es grundsätzlich durch Unsicherheit entsteht.

Dazu kommen körperliche Mängel wie Inkontinenz, Muskelschwund und damit verbundene Gelenkprobleme.

In meinem Arbeitsalltag gibt es öfter Hunde, die erst durch ihre Kastration störendes Verhalten zeigen, als solche, denen eine Kastration helfen würde sich sozial angepasster zu verhalten.

Selbstkontrolle wird nun einmal schlechter, wenn der Hund zu früh kastriert wird. Was nützt es da, dass Fifi zwar mit allen Jungs klarkommt, aber ansonsten ein aufgedrehtes Nervenbündel ohne jegliche Impulskontrolle ist?

 

Das sind keine Glaubensfragen oder Dinge, zu denen jeder mal seine persönliche Meinung beitragen müsste, sondern erforschte Fakten.

Ich verstehe nicht, dass hier immer noch „mein Rüde hat aber…“ als Argument für belastbare, wissenschaftliche Argumentationen herhalten müssen.

 

Das Verhindern eines ungewollten Deckaktes ist übrigens kein Grund, auch nicht für Tierschutzorganisationen, die ebenfalls noch häufig prophylaktisch alles abschneiden, was man abschneiden kann.

Wer operativ verhindern möchte, dass Welpen entstehen, der kann auch einfach die Samenstränge des Rüden durchtrennen lassen.

Das ist eine bedeutend kleinere OP mit weniger Risiko.

Alles bleibt drin, nur die Fruchtbarkeit des Hundes ist damit ausgeschaltet.

Abgesehen davon ist es auch ganz normalen Menschen möglich, ihre läufige Hündin angeleint zu lassen oder auf ihren intakten Rüden aufzupassen, ganz ohne dafür Raketenwissenschaft studiert haben zu müssen.

Zweimal im Jahr werden die Mädels läufig, Rüden nicht draufhopsen lassen, fertig.

 

Es ist sehr bezeichnend, dass man bei Menschen nach Möglichkeit niemals kastriert.

Wenn überhaupt, dann kann man sich sterilisieren lassen, also unfruchtbar machen lassen.

Das Entnehmen von Organen wird aber immer vermieden, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Und zwar weil es gefährlich ist, das Risiko diverser Krebsarten erhöht und so viele mögliche Nebenwirkungen hat, dass man die Organe nach Möglichkeit immer im Körper belässt.

 

Beim Hund dürfte man also zumindest genau überlegen, ob eine Entnahme des Organes wirklich notwendig ist.

Und wenn man wirklich kastrieren möchte, dann bitte, bitte, nach dem Verlauf der Pubertät.

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Hund unnormal ist, oder doch besser früh als spät kastriert werden sollte, dem rate ich, sich mehrere Meinungen von unabhängigen Fachleuten zu holen.

Das Messen der Hormonwerte ist einfach und gibt direkten Aufschluss darüber, ob tatsächlich extrem viele Hormone der einen oder anderen Art im Körper sind.

Der Tierarzt muss dafür nur einmal Blut abnehmen.

 

Auch ein Hund hat eine Pubertät und es ist völlig normal, dass diese Zeit von Diskussionen und Ärger geprägt ist.

Mit Geduld, Konsequenz, Ruhe und Durchsetzungskraft und vielleicht der Hilfe eines guten Hundetrainers wird sich das Ganze auch wieder normalisieren.

Und sollte wirklich alles für eine Kastration sprechen, dann kann man immer noch kastrieren, wenn der Hund erwachsen ist.

 

 

 

-Dieser Text darf selbstverständlich geteilt werden, die Rechte verbleiben aber bei der Autorin (Maren Grote). Auch Diskussionen und Erfahrungsberichte freuen mich, bleibt dabei bitte sachlich und höflich miteinander 😉  –

Und schon habe ich die Aufmerksamkeit.

Arsch ist einfach ein besseres Stichwort als „Nase“ oder „Hautfalte“.

Von sogenannter Qualzucht haben wir Hundebesitzer alle schon gehört.

Und das ist auch gut so, denn es wird Zeit für ein grundlegendes Umdenken in der Hundezucht.

Bei aller Vorausschaubarkeit beim Züchten optischer Merkmale wäre es wirklich leicht, die völlig verarmten Genpools der einzelnen Rassen mit frischem Blut aufzufrischen.

Das hieße konkret: Mischlinge zu züchten, die fast genauso aussehen wie die Rassehunde, aber mehr genetische Möglichkeiten haben, Erbkrankheiten zu tilgen und extreme äußerliche Merkmale wieder auf ein Normalmaß zu bringen.

Im Hintergrund höre ich gerade die Zuchtverbände schreien.

Ein echtes Problem wäre das nicht.

Ein bisschen mehr Variablen, auch im Verhalten, würden auftreten, aber es gibt durchaus Rassen, die man miteinander verpaaren könnte, ohne dass es groß auffallen würde.

Und ganz sicher auch Kunden, die diese „verunreinigten Generationen“ trotz des Risikos auf eventuell nicht ganz rassetypisches Verhalten oder Aussehen an sich nehmen und lieben würden.

Grundsätzlich könnte man so die Rassen erhalten und rückzüchten zu lebensfähigen Hunden mit den besten gesundheitlichen Voraussetzungen.

Und das, ohne auf unsere Rassen verzichten zu müssen.

 

Wir haben oft schon vergessen, was alles zu einem gesunden Hundekörper dazugehört.

Klar, dass ein kurznasiger Hund nicht so atmen kann wie der mit einer normalen Nase, ist ein alter Hut. Langweilig! Schnarch!..Oder besser: Grunz!

Dass „schlechter atmen“ immer noch nicht ok ist, nur weil es nicht „gar nicht atmen“ ist, hat auch der eine oder andere Besitzer eines sehr kurznasigen Hundes noch nicht verstanden.

Es gibt ein paar natürliche Grundbedürfnisse.

Atmen, Fressen, Kot und Urin absetzen, sich bewegen, in Kontakt mit Artgenossen treten können, sich verpaaren und gebären mit allem, was dazugehört.

Das, nur um mal die ganz ursprünglichen Dinge zu nennen.

 

Atmen heißt dabei dann auch atmen und wird oft verwechselt mit „nicht ersticken“.

Bewegen heißt, dass der Hund alle Gangarten ungehindert ausführen kann und das über lange Strecken.

Als Langstreckentraber kann auch ein kleiner, unverbauter Hund ganz locker zehn Kilometer am Stück trabend laufen.

 

Ein Hund, der nur traben kann und sich im Galopp auf die eigenen Ohren tritt, leidet unter seinen Qualzuchtmerkmalen.

Ebenso, wenn ihm der eigene Bauch am Boden schleift, er das Bein zum Markieren nicht heben kann und deswegen zu wilder Akrobatik und Selbstbepinkelung im Handstand greifen muss.

 

Ein Hund, der nur im Stehen schnüffeln kann, weil ihm sonst seine Hautfalten dank der Schwerkraft die Augen zudrücken, kann kein ungehindertes Hundeleben führen.

Ein Hund, der sich nicht mehr normal hinsetzen kann, weil seine Stummelbeinchen zu gerade und sein Körper zu massig ist, ist eingeschränkt in seiner Bewegung.

 

Ich wundere mich manchmal, wie zwei gerade nach vorne ausgestreckte Hinterbeine, die rechts und links an den Vorderbeinen vorbei ragen, oder ein permanent auf einer Hinterbacke sitzender Hund als körperlich uneingeschränkt bemessen werden können.

Auch weiß ich nicht, wie man es niedlich finden darf, dass der Hund nicht mehr in der Lage ist, differenzierte Lautäußerungen von sich zu geben, und jedes Bellen klingt wie eine lasche Badeente, auf die man versehentlich getreten ist, weil man auf dem Weg zur Dusche in sein Smartphone gestaunt hat.

Das ist nicht niedlich, das ist gemein.

 

Grundlegend könnte man also sagen, dass ein Hund alle Bewegungen ausführen können muss, wie sie im Ethogramm des Hundes beschrieben werden.

Dass er uneingeschränkt sehen und hören können muss.

Dass nichts an seinem Körper durch die pure Existenz anfängt zu schimmeln und zu modern, selbst wenn er ohne menschliche Hilfe leben würde.

Dass andere Hunde ihn als Hund erkennen und mit ihm in Kontakt treten können, ohne vorher einen Volkshochschulkurs in „Deuten schräger Gesichtsausdrücke“, „Akzeptanz absurder Körpergröße“ oder „Lippenlesen bei Vollverschleierten“ besucht zu haben.

 

Ebenso gemein finde ich es, wenn Hunde sich jeden Tag Kot und Urin in ihr eigenes Fell schmieren, weil ihr Haarkleid hintenrum zu eng am Ausgang sitzt und untenrum wie ein Vorhang vor der goldenen Fontäne weht.

Kleinen Hunden kann man Stubenreinheit beibringen, indem man sie in einer Box schlafen lässt, weil sie dann Bescheid geben, bevor sie sich ins eigene Kleidchen pinkeln.

Wie entwürdigend für einen erwachsenen Hund, permanent mit einer vollgeschmierten Hose herumzulaufen.

Und dann ist da noch die Sache mit der Reinigung.

Ein gesunder, junger Hund sollte sich problemlos selbst die Intimzone pflegen können.

Das gilt für beide Ausgänge und für Rüden wie Hündinnen.

Wenn eine läufige Hündin anfangen muss, im Schritt zu modern, weil sie ihr eigenes Blut nicht weglecken kann, dann ist das vollkommen unnötig.

Zu einem normalen Hundeleben gehört es nun einmal, sich am Arsch lecken zu können.

Wenn wir von Qualzucht reden, dann sollten wir deshalb weiter schauen als bis zum verengten Nasenloch oder der schimmelpilzbesetzen Maulfalte.

Um das zu erreichen und mit vielfältigen und trotzdem gesunden Hunderassen zu leben, können wir alle etwas tun.

Indem wir genau hinschauen und ein bisschen weniger in den Extremen suchen.

Es gibt große Hunde, die noch keine Ponys sind und kleine, die noch keine Meerschweinchen sind.

Es gibt kurz- und kastennasige Hunde mit normaler Atmung, Kurzbeinige mit Knien und Oberschenkeln und auch alle anderen in genau dem Stil, den man mag, und trotzdem sind sie gesund.

Wir alle lieben unsere Hunde und unsere Lieblingsrasse.

Zeigen wir es ihnen damit, dass wir ihnen von Anfang an das bestmögliche Leben bieten, was sie bekommen können, ohne jemand anderes sein zu müssen.

 

 

Dieser Text darf gerne geteilt werden, sämtliche Rechte verbleiben dabei bei der Autorin.

Es muss ein Dobermann sein! Er darf aber nicht wachsam sein oder bellen, wenn es klingelt.

Der Golden Retriever ist Pflicht, auch wenn das Schlimmste Dreck im Haus wäre.

Der Herdenschutzhund soll bitte beim Grillfest mit im Garten liegen,

der Setter soll im Umkreis von drei Metern ohne Leine laufen und der Terrier darf wie besessen dem Ball hinterherjagen, aber ein totgeschütteltes Meerschweinchen wäre unverzeihlich.

 

Was den perfekten Hund ausmacht, ist nun einmal individuell und hängt ganz gravierend davon ab, wie man so lebt.

 

Rasse ist kein Kostüm, kein Fellpullover mit Blanko-Hund darin.

Rasse bedeutet Genetik und Genetik bedeutet auch Verhalten. Und zwar unterschiedliches Verhalten.

Der Pullover, die Äußerlichkeiten sind nur der kleinste Teil, den eine Rasse ausmacht.

 

Im Dunkeln besonders wachsam sein, mit fremden Hunden nur schlecht auskommen, miesmuffelige Wesensart oder überdrehte Hektik, Anhänglichkeit und Freiheitsliebe……

Das und noch hunderte andere Eigenschaften sind bei Rassehunden genetisch fixiert, gewollt und mühsam angezüchtet.

 

Es ist also wichtig zu wissen, welchen Freund man sich für viele Jahre mit ins Haus holt und welche Ansprüche man an ihn hat.

 

Ansonsten ist es ein bisschen wie sich einen Porsche zu kaufen und dann mit den drei Kindern nach Südfrankreich in den Urlaub fahren zu wollen.

Es ist zu eng, die Koffer passen nicht rein und die Fahrt wird der Horror.

Da hilft es auch nichts, den Wagen in die Werkstatt zu bringen.

Auch der beste Automechaniker macht aus dem Porsche keinen Van.

Wer also einen Van braucht, der sollte sich auch einen Van kaufen.

 

Erziehung ist ein großes Werkzeug, aber sie hat ihre Grenzen genau da, wo Genetik beginnt.

Bevor man nun versucht, den Hund zu verbiegen und nach Jahren der Arbeit einen hässlichen Porsche mit dicken Schweißnähten, einem aufgesetzten Dachgepäckträger und Anhängerkupplung fährt, kann man auch einfach direkt schauen, welche Eigenschaften so eine spezielle Rasse mit sich bringt.

 

Ich glaube ganz fest an die Veränderbarkeit von Verhalten und an den Sinn von Erziehung.

Und ich weiß um genetisch fixiertes Verhalten.

Für die Hunde dieser Welt wäre es sicherlich leichter, wenn ihren angeborenen Verhaltensweisen mehr Respekt entgegengebracht wird und dann innerhalb ihrer individuellen Möglichkeiten trainiert wird.

 

Wer kennt das nicht?

Der nicht angeleinte Hund, der freudig den eigenen Hund anspringt, während Herrchen oder Frauchen trällern „Der tut nix!“

Wie oft wurde darüber schon gesprochen, geschrieben und sich ausgekotzt?

Zugegeben, ich habe das Problem mit meinen beiden riesigen Hunden sicher etwas seltener.

Aber man glaubt es kaum, auch ich kenne es.

Meine Lieblingsgeschichte ist zum Beispiel die der entnervten Frau, die ihren pubertierenden Ridgeback -Rüden an die Seite zerrte und fragte, ob sie ihn laufen lassen dürfe.

Auf meine Antwort, dass mein Rüde unverträglich mit anderen Rüden sei und den Jungschnösel ganz sicher unangespitzt in den Boden rammen würde, antwortete sie mit einem erleichterten „Na, dann kann meiner endlich mal lernen, dass man nicht immer zu allen Hunden hinrennen und knurren soll!“

Während sie sprach ließ sie ihren Hund los.

 

Ich war geplättet, der Ridgeback auch.

 

Auch herrlich war der Labradorrüde, der uns schon von weitem sah und mit hoch aufgestellter Bürste, einem lauten Grollen und in der schönsten Imponierhaltung zu uns herübergestakst kam.

Dezent verdattert bat ich die stolz beobachtende und offensichtlich dazugehörige Frau, ihren Hund abzurufen.

Sie lächelte freundlich und sagte „Das ist Ben, der muss jedem mal guten Tag sagen!“

Ben bestieg währenddessen knurrend meinen Rüden und stieß ihm den geöffneten Fang in den   Nacken.

Etwas geistreicheres als „Das glaube ich eher nicht!“ ist mir in dem Moment auch nicht mehr eingefallen.

Zum Glück war Ben kastriert und mein schwarzes Tier antwortete der jungen „Dame“ nur leicht abwehrend und war ansonsten entzückt.

Als ich Ben mit dem Bein wegschob, zeigte er auch mir eindeutig, dass er sich hier mal gar nichts sagen lassen würde.

Frauchen blieb gut gelaunt und wir flohen, verfolgt vom markierenden und scharrenden Ben, der uns mit erhobener Mittelkralle hinterherwinkte.

 

Ungefähr jedes halbe Jahr werden wir auch von einer Golden Retriever Dame „angefallen“, die in ihrer Standhitze befindlich voller Freude unter meinen Rüden kriecht, um sich decken zu lassen, während ich mit Händen und Füßen versuche, die liebestollen Vollidioten auseinanderzuzerren.

Wenn Herrchen dann Minuten später auftaucht, sagt er belustigt „Die tut nix, die können Sie ruhig spielen lassen!“

 

Ihr seht also, ich kenne das Dilemma.

 

Und ja, es nervt!

 

Aber was kann man tun?

Fakt ist, dass niemand von uns alle anderen Hundebesitzer ändern wird.

Wer offen für Anregungen ist, der wird irgendwann Aufklärung bekommen und sich in Zukunft mehr Mühe geben.

Einige werden aus purer Bockigkeit dabeibleiben, dass ihr Hund tun und lassen kann, was er will.

Wieder andere handeln eigentlich aus Verzweiflung.

Denn eigentlich wollen sie nicht sagen „Der tut nix!“, sondern „Der hört nicht!“.

Durchaus hätten viele dieser Hundebesitzer, deren nicht angeleinte Hunde zu Euch laufen, auch lieber, dass sie ihn rufen könnten und an die Leine nehmen könnten.

Aber das können sie nicht.

Weil sie nicht wissen, wie sie dem Hund beibringen, dass er wirklich zuverlässig kommt, wenn man ihn ruft.

Oder weil sie nicht wissen, wie sie ihn an der Leine festhalten sollen, weil er sich da noch schlimmer aufführt.

In jedem Fall wird eine Hundebegegnung für sie also blöd.

Entweder stehen sie als Erziehungsversager da, oder sie bekommen von anderen Hundebesitzern einen Anpfiff.

Und letzteres ist da oft im Vergleich angenehmer.

Denn angepöbelt zu werden macht, dass man sich automatisch in Abwehr begeben kann.

Und wenn der andere so richtig scheiße ist, hat man plötzlich auch Recht 😉

 

Kennt Ihr das Beispiel vom Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun?

Er erzählt, wie sein Großvater im Bus dafür gerügt wird, dass er sich nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechend verhält. Ich glaube es ging darum, dass er seinen Sitzplatz nicht für jemanden freimachte, der es nötig hatte.

Der andere Fahrgast schnauzte Schulz von Thuns Großvater an und ein Streit brach aus.

Dem Großvater gelang es irgendwann, die beiden Ebenen des Gespräches einzeln zu betrachten und sagte „Inhaltlich gebe ich ihnen Recht. Ich hätte aufstehen sollen. Aber die Form, wie sie es sagen, ist nicht in Ordnung!“.

 

Wenn wir also meckern, machen wir es dem anderen schwer, den Inhalt zu verstehen, der eigentlich transportiert werden soll.

Denn der ist ja meistens, dass wir uns Sorgen machen, Angst vor etwas haben, oder mit etwas nicht konfrontiert werden möchten.

 

Meckern macht also Luft und tut auch mal ganz gut. Wenn man wirklich etwas zum Nachdenken mitgeben will, dann ist es wahrscheinlich eher kontraproduktiv.

 

Eine schöne Idee war die einer Hundetrainerin, die einmal auf einem meiner Seminare war.

Sie hatte kleine, laminierte Kärtchen dabei, auf denen sie ganz freundlich und verständlich aufgeschrieben hatte, warum es höflicher ist, seinen Hund nicht zu angeleinten Hunden laufen zu lassen und welche Gründe es geben kann, dass nicht jeder Hund Kontakt haben soll.

Anstatt sich aufzuregen, hat sie den Leuten ein Kärtchen in die Hand gedrückt und ist weitergegangen.

So gab es zumindest eine Chance auf Verständnis und sie musste sich nicht noch zusätzlich zu dem unangenehmen Ereignis mit einem fremden Menschen streiten und sich den Tag damit völlig versauen.

 

 

-Dieser Text darf gerne geteilt werden (bitte nicht kopiert), alle Rechte verbleiben bei der Autorin Maren Grote-

Der Sommer liegt in den letzten Zügen. Winter is coming.

Du denkst Dir, dass Du einen Husky brauchst, weil der voll krass aussieht wie ein Schattenwolf?

Eisblaue Augen, plüschiges Fell, stolz und dennoch treu ergeben streift er mit Dir durch Wald und Flur.

Er beschützt Dich vor Angreifern und befolgt Deine Befehle aufs Wort, weil Ihr tief im Inneren miteinander verbunden seid und er Dich als den wahren König anerkennt?

 

Ich möchte Dich zurück in die Realität holen.

Sei ehrlich, Du streifst selten durch den Wald und bist auch kein König.

Und unsere Winter sind weniger verschneit, als eher verregnet.

Weiße Wanderer gibt es selbstverständlich, allerdings eher in Form rüstiger Rentner mit Walkingstöcken und Hut.

Du brauchst keinen Husky.

Ein Husky ist kein Schattenwolf. Um Dir sämtliche Illusion zu nehmen: Es gibt in Wirklichkeit gar keine Schattenwölfe. Echt nicht. Sorry.

 

Ein Husky ist ein Hund.

Und dazu noch ein ziemlich eigenständiger, dessen Lieblingsbeschäftigung das Jagen ist.

Sein großes Talent ist übrigens ausdauernd zu ziehen.

Gerne auch an Deiner Leine.

Solltest Du nicht gerade dazu neigen, bei minus 30 Grad über 20-30 Kilometer zu joggen, dann wird Dein Husky-Schattenwolfersatz eben nur halb glücklich sein. Oder sehr glücklich beim Auseinanderkauen Deiner kompletten Wohnungseinrichtung.

 

Wenn Du einfach nur Game of Thrones cool findest und gerne einen Schattenwolf hättest, der Dich vor den bösen Leuten beschützt, dann tu das, was jeder normale Hundeanfänger auch tut, und hol Dir einen Golden Retriever.

Mit dem kannst Du dann auf dem Sofa sitzen und Game of Thrones gucken.

Das ist zwar weniger cool, aber mit dem bist Du Dir vielleicht schneller einig, dass er ein Hund ist, mit allem, was ein Hund so braucht.

Außerdem kommst Du mit dem Golden Retriever bestimmt in Kontakt mit Menschen und merkst, dass die erstaunlich nett sein können.

 

Wenn Du immer noch denkst, dass Du einen Schattenwolfersatz brauchst, dann stell Dir folgende Fragen:

Willst Du in nächster Zeit heiraten und warst eigentlich schon jemand anderem versprochen, der einen jähzornigen Vater hat?

Nein?

Dann brauchst Du keinen Schattenwolf.

Begegnest Du häufiger großen Herden Zombies, die Dich fressen wollen?

Nein?

Dann brauchst Du keinen Schattenwolf.

Ja?

Da bringt Dir der Husky auch nichts, denn glaub mir, der wird verwirrt dabei zusehen, wie Du verschlungen wirst und dann in den Wald laufen, um endlich in Ruhe Rehe zu jagen.

 

Egal wie schön er ist, ein Husky ist kein Kuscheltier und kein Superheld aus einer Serie.

Wer so ein Tier hat, sollte sich gut damit auskennen und seine speziellen Verhaltensweisen und Eigenarten kennen und mögen.

Ansonsten bleibt nur ein sehr enttäuschter Halter und ein Hund im Tierheim, der aussieht wie ein Schattenwolf.

 

 

(Ich freue mich darüber, wenn dieser Beitrag geteilt wird. Bitte kopiere ihn nicht, sondern teile ihn und gib Dich nicht als Autor aus, sonst komme ich mit meinem Schattenwolf vorbei…)

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Ich wurde das letztens gefragt, per Mail, von einem potenziellen Kunden.

Es sollte kurz und einfach sein, mir wurden auch ein paar Methoden vorgeschlagen, von denen ich mir eine aussuchen durfte.

Ich bin Hundetrainerin und mit dieser Frage verwirrt man mich.

Wann wurde Hundetraining eigentlich zu einem Wettlauf der besonders schick klingenden Methoden mit Trademark Stempelchen und abgefahrenen Abkürzungen ?

Seit wann darf ich mich nur zwischen Hundetraining a la 50 Shades of grey, oder Sissi entscheiden?

Wie sollte sie aussehen, DIE Methode, mit der jede Beziehung gelingt, jede Freundschaft ewig hält und jeder Hund versteht, dass unsere Idee von anständigem Benehmen viel besser ist als seine?

Ist der Hund denn nichts weiter als ein leeres Gefäß, in dem standardmäßig ausschließlich Liebe und Hunger als Hardware installiert sind, bis wir es nach unserem Gutdünken mit Gedanken und Gefühlen füllen?

Ich zum Beispiel habe einen komischen Humor. Nicht immer im Sinne von „lustig“, zumindest nicht für jeden. Will man mich zum Lachen bringen, dann sollte man meinen persönlichen Humor treffen und nicht nach Methode X einen Witz erzählen, den Menschen halt so witzig finden. Genauso haben meine beiden Hunde eine ziemlich unterschiedliche Meinung darüber, was witzig ist und was nicht. Sie haben auch eine unterschiedliche Meinung darüber, was sie motiviert Dinge zu tun oder zu lassen. Genau das macht es ja so spannend, mit ihnen mein Leben zu teilen.

Versuche ich zum Beispiel ein Sozialspiel als Motivation anzubieten, dann tue ich gut daran erst einmal zu schauen, ob diese Form der Bestätigung für artiges Verhalten überhaupt in den Kontext passt. Es kann toll passen. Rufe ich meinen Rüden auf dem Spaziergang zu mir und er kommt prompt angelaufen, dann ist das für ihn eine gute Motivation, beim nächsten Mal wiederzukommen, wenn ich rufe. Steht aber gerade ein großer, unkastrierter Rüde vor ihm, mit dem er sich gerne mal über seine ausgefeilten Bodenkampftechniken unterhalten möchte, dann wäre es ihm wahrscheinlich höchst peinlich, wenn ich herumalbernd am Wegesrand auf und ab springen würde, um ihm ein nettes Spiel anzubieten. Er ist in diesem Moment einfach nicht zu Scherzen aufgelegt, und warum sollte er dann auch zu mir kommen?

Von der Authentizität meinerseits will ich dabei gar nicht erst anfangen.

Genauso eine Schmach wäre es, wenn ich in diesem Moment eine Tüte mit Leckerlies zücken würde. Ungefähr so cool, wie wenn Mutti vor dem Schulhof über den Parkplatz mit einem Pausenbrot mit abgeschnittenem Rand wedelt, während Kevin sich gerade mit seinem Schulkameraden um eine Zigarette streitet.

In diesem Moment muss ich also eine andere Motivation aus meiner Trickkiste greifen, damit mein Hund überhaupt die Chance hat, erhobenen Hauptes die Situation verlasen zu können.

Was aber, wenn meine Methode nur Spiel oder Futter beinhaltet?

Es gibt ja so viele verschiedene Momente, Antriebe und Gedanken, die ich mit meinem Hund teile, oder eben nicht.

Würde ich jetzt meinem Kunden sagen „Meine Methode heißt Motivation“, dann wäre das entweder viel zu kurz, oder so weit gedacht, dass es quasi ALLES mit einschließen könnte und sich damit auch nicht als gute Methode eignet.

Ebenso könnte ich mich niemals festlegen, ob nun Lob oder Strafe die Gesamtheit einer Methode ausmachen sollte. Natürlich mag ich Lob und meine Hunde mögen es auch.

Natürlich ist das ein fester Bestandteil von Training und Beziehung und achtsamem Umgang, sich miteinander wertzuschätzen und das dem anderen auch zu vermitteln.

Und trotzdem gibt es Momente, in denen ich meinen Hunden klar zu verstehen gebe, dass ich dieses Verhalten wirklich blöd finde. Ansonsten wäre es ja wie Topfschlagen spielen ohne das Wort „kälter“ gebrauchen zu dürfen. Machen Sie das mal auf einem Kindergeburtstag! Das topfschlagende Kind wird irgendwann frustriert die Augenbinde abnehmen und Ihnen den Holzlöffel an den Kopf werfen, weil es irgendwie nie zum Ziel kommt.

Und da werden Sie dann wahrscheinlich auch sagen, dass Sie die Nummer mit dem Holzlöffel am Kopf nicht in Ordnung finden und bei andauerndem Beschuss mit Haushaltsgegenständen Konsequenzen folgen werden. Es muss eben alles zur Situation passen.

Wie also könnte ich meine Methode, meine Art der Arbeit beschreiben? Vielleicht eher mit der Antwort auf die Frage: Wie siehst Du Hunde? Wie ist Deine Einstellung zu Hundehaltung und Erziehung?

Darauf hätte ich Antworten. Aber sie wären länger und komplexer als ein Satz, ein Standard oder eine Grundregel. Ist das zuviel verlangt, die Zeit zu bekommen zu erklären was man denkt und fühlt? Müssen wir Hundetrainer alles in eine möglichst leicht verdauliche Überschrift packen, damit es in eine vermeintlich einfache Schublade passt?

 

Ich habe das Gefühl, ohne Methode gut zurechtzukommen und sehe mich durch eine Festlegung auf pauschale Erziehungsmaßnahmen eher eingeschränkt. Ich versuche das zu vermitteln, was zur Situation, zum Hund und auch zum Halter passt. Und das kann eben alles sein.

„Meine Methode ist Alles und Nichts“ klingt aber als Antwort auf die Mail irgendwie nicht befriedigend.

Ich schreibe es trotzdem so. Ich sagte ja schon, dass nicht jeder meinen Humor teilt.