Hunde haben eine Seele.
Etwas was fühlen und empfinden und was beschädigt werden kann.
Genau wie wir Menschen.
Und genau wie bei uns kann man nicht von dem Einen auf den Anderen schließen, was genau diese Seele beschädigt.
Manche Ängste hindern einen an einem normalen Leben.
Die Angst vor Artgenossen ist schrecklich für ein Lebewesen, dass eigentlich in Gruppen lebt und dessen Welt voll von Artgenossen ist, die versuchen Kontakt aufzunehmen.
Angst ist alles andere als realistisch.
Sie ist da und beweist sich immer wieder selbst, dass sie eine Daseinsberechtigung hat.
Angst braucht nicht einmal einen erkennbaren Auslöser oder ein schreckliches Ereignis.
Sie kann auch ganz still und leise entstehen und wachsen.
Angst kann gemacht werden und macht sich selbst.
Deswegen ist sie nicht einfach zu durchschauen, zu erklären oder zu therapieren.
Aber jeder von uns weiß, wie sie sich anfühlt.
Nicht jede Angst ist unbedingt notwendig zu behandeln.
Hat der Hund nur Silvester, aber den Rest des Jahres keine Probleme, dann würde ich persönlich von einer Therapie absehen.
Einen Abend im Jahr kann man auch anders gestalten um ihn möglichst angstfrei zu halten.
Und selbst wenn der Hund die halbe Nacht unter dem Tisch sitzt und Angst hat, dann ist dies im Vergleich zu eventuell monatelangem Training mit dem angstauslösenden Reiz ein vertretbares Übel.
Man kann auch die Jalousien herunter lassen, die Musik aufdrehen, dem Hund ein Nest unter dem Tisch bauen, in das er sich für den Abend verkriechen kann und die Fenster schließen bis der ganze Spuk vorbei ist.
Es gibt auch Ängste, die sind einfach berechtigt und schwer zu bearbeiten.
Zum Beispiel die Angst vor dem Tierarzt.
Egal wie sehr wir mit dem Welpen den Tierarzt besuchen und dort füttern lassen, macht er dort mehrmals eine schmerzhafte Erfahrung, dann wird er sich das merken.
Ist der Hund hart im Nehmen und schmerzunempfindlich, dann wird er trotzdem gerne zum Tierarzt gehen.
Ist der Hund dagegen empfindlich, dann wird er nach der dritten Spritze nicht mehr gerne hingehen, egal wie viel dort vorher gefüttert wurde.
Zum Glück muss der Hund ja nur selten zum Tierarzt. Ist er Dauerpatient könnte man wieder über eine Hilfestellung bei der Angst reden.
Wer davon schwärmt einen ängstlichen Hund permanent glücklich strahlend durch ein Training bringen zu wollen und jede Form der Konfrontation scheut, weil er nicht weiß, wie er die Gefühle des Hundes adäquat auffangen und verändern kann, der ist falsch als Berater.
Angst fühlt sich scheußlich an und sieht auch so aus.
Hat selbst der Trainer Angst vor der Angst und ihrem traurigen Gesicht, dann wird er weder Hund noch Halter der Fels in der Brandung sein können.
Die Angst vor der Angst ist der schlimmste Feind der Heilung.
Angst lähmt. Macht unbeweglich im Denken und hemmt das, was sie als Gegenspieler braucht: Die Neugier.
Ängstliche Hunde brauchen unsere liebevolle Unterstützung. Jemanden der ihnen zeigt wie es geht und der sie mit in die Welt nimmt um zu beweisen, dass diese schön und bunt ist.
Jemand der ihre Neugier fördert, ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten eigenständig zu handeln, erwachsen zu sein und sich nicht von jedem bisschen Schreck gleich das Leben vermiesen zu lassen.
Dieser Jemand kann dem Hund Mut geben und ein Vorbild sein.
Dafür müssen wir als Menschen auch loslassen können und den Selbstheilungskräften des Hundes vertrauen, ihn selbständig und erwachsen werden lassen.

Der Schnee rieselt leise auf Deinen Garten. Winter is coming…..
Du denkst Dir, dass Du einen Husky brauchst, weil der voll krass aussieht wie ein Schattenwolf?
Eisblaue Augen, plüschiges Fell, stolz und dennoch treu ergeben streift er mit Dir durch Wald und Flur.
Er beschützt Dich vor Angreifern und befolgt Deine Befehle auf´s Wort, weil Ihr tief im Inneren miteinander verbunden seid und er Dich als den wahren König anerkennt?

Ich möchte Dich zurück in die Realität holen.
Sei ehrlich, Du streifst selten durch den Wald und bist auch kein König.
Und unsere Winter sind weniger verschneit, als eher verregnet.
Weiße Wanderer gibt es selbstverständlich, allerdings eher in Form rüstiger Rentner mit Walkingstöcken und Hut.
Du brauchst keinen Husky.
Ein Husky ist kein Schattenwolf. Um Dir sämtliche Illusion zu nehmen: Es gibt in Wirklichkeit gar keine Schattenwöfe. Echt nicht. Sorry.

Ein Husky ist ein Hund.
Und dazu noch ein ziemlich eigenständiger, dessen Lieblingsbeschäftigung das Jagen ist.
Sein großes Tallent ist übrigens ausdauernd zu ziehen.
Gerne auch an Deiner Leine.
Ansonsten verkloppt er auch gerne andere Hunde, bricht aus Deinem Garten aus, oder beißt Deine Tante ins Bein, weil sie es gewagt hat unangemeldet vom Küchenstuhl auf zu stehen.

Solltest Du nicht grade dazu neigen bei Minus 30 Grad über 30-40 Kilometer zu joggen, dann wird Dein Husky-Schattenwolfersatz eben nur halb glücklich sein. Oder sehr glücklich beim auseinanderkauen Deiner komplette Wohnungseinrichtung.

Wenn Du einfach nur Game of Thrones cool findest und gerne einen Schattenwolf hättest, der Dich vor den bösen Leuten beschützt, dann tu das, was jeder normale Hundeanfänger auch tut und hol Dir einen Golden Retriever.
Mit dem kannst Du dann auf dem Sofa sitzen und Game of Thrones gucken.
Das ist zwar weniger cool, aber mit dem bist Du Dir vielleicht schneller einig, dass er ein Hund ist, mit allem, was ein Hund so braucht.
Außerdem kommst Du mit dem Godlen Retriever bestimmt in Kontakt mit Menschen und merkst, dass die erstaunlich nett sein können.

Wenn Du immer noch denkst, dass Du einen Schattenwofersatz brauchst, dann stell Dir folgende Fragen:
Willst Du in nächster Zeit heiraten und warst eigentlich schon jemand Anderem versprochen, der einen jähzornigen Vater hat, der Deine ganze Sippe ausrotten will?
Nein?
Dann brauchst Du keinen Schattenwolf.
Begegnest Du häufiger großen Herden Zombies, die Dich fressen wollen?
Nein?
Dann brauchst Du keinen Schattenwolf.
Ja?
Da bringt Dir der Husky auch nichts, denn glaub mir, der wird verwirrt dabei zusehen, wie Du verschlungen wirst und dann in den Wald laufen um endlich in Ruhe Rehe zu jagen.

Egal wie schön er ist, ein Husky ist kein Kuscheltier und kein Superheld aus einer Serie.
Wer so ein Tier hat, sollte sich gut damit auskennen und seine Speziellen Verhaltensweisen und Eigenarten kennen und mögen.
Ansonsten bleibt nur ein sehr enttäuschter Halter und ein Hund im Tierheim, der aussieht wie ein Schattenwolf.

-Maren Grote-

 

*(Nachtrag für Spitzfindige: Nein, dies ist nicht der Rat, dass sich jeder Idiot einen Golden Retriever kaufen soll und auch nicht die Legitimation Retriever nicht artgerecht zu halten 🙂 )

Wir möchten, dass unsere Hunde das Leben genießen. Wir freuen uns, wenn unsere Tiere ausgelassen rennen und toben und einfach aus Spaß an der Freude umherspringen.
Nebenbei sieht es auch noch schön aus, so ein rennender Hund, die Muskeln, die Geschicklichkeit mit der er Haken schlägt, seine Lebendigkeit und Kraft.
Kein Wunder, dass es uns Menschen so sehr erfüllt dem Hund den Ball zu werfen und ihn zu bewundern, wie er virtuos hinterher springt und ihn fängt.
Seine Inbrunst und Beständigkeit erfüllt uns mit Stolz.

Leider ist das Hinterherjagen hinter einem Ball oder Stock für den Hund weniger gesund und hat viel weniger mit Glück und Zufriedenheit zu tun, als wir denken.
Klar, manch ein Hund rennt immer mal einem Gegenstand hinterher und es gibt niemals Probleme.
Viele Hunde rennen zwar schon in einer Art Manie dem runden Gummiteil nach, die schon etwas krankhaftes, suchtbelastetes hat und trotzdem können sie ansonsten ein normales Leben leben.

Und dann gibt es noch die Anderen.
Die trifft man als Hundetrainer*in leider häufiger als einem lieb wäre. Es sind die Verrückten, oder besser: die verrückt gemachten.
Wie im Wahn laufen sie dem Ball hinterher, koste es was es wolle. In ein unbekanntes Gewässer springen, nur um den geliebten Ball zu erwischen und dann verzweifelt an der zu steilen Uferkante versuchen wieder aus dem Wasser zu kommen, nach Luft ringend, aber trotzdem den Ball hustend mit den Zähnen umklammernd.
Gegen Bänke und Bäume rennend, andere Hunde oder Menschen über den Haufen bretternd, beim Versuch das Suchtmittel zu erreichen.
Aus dem Fenstern springen, ohne zu wissen, wie tief es dahinter herunter geht, an allem und jedem vorbei laufen, jeden Sozialkontakt links liegen lassen, so lange man das Objekt der Begierde mit überquellenden Augen anstarren kann.

Das ist kein Spaß.
Es macht keine Freude nicht anders zu können, als hinterher zu rennen.
Es macht nicht glücklich Drogen zu konsumieren, es macht nur unglücklich sie nicht mehr zu konsumieren.
Wer nicht mehr Herr seiner Sinne ist, sein Leben lachend für einen nicht fressbaren 2,50 Euro teuren Gegenstand hergeben würde, der liebt seinen Ball nicht, der ist süchtig.
Und da hört es auf.

Verzweifelte Hundetrainer*innen reden sich den Mund fusselig. Keiner will es hören.
Dauerhaft aufgedrehte Hunde, auf dem Spaziergang in ständiger Lauerstellung, aufgeregt und angespannt.
Beisserein unter Hunden für einen Stock. Schwere Verletzungen und Tierarztbesuche, weil Frauchen dachte, er müsse „Spaß haben“.
Wie unnötig.

Kein Hund braucht einen Ball um glücklich, ausgelastet und erst recht nicht um geistig gefordert zu sein. Nichts für den Hund Geworfenes ist notwendig.
Oft führt es aber zu Leid, zu überdrehten, daueraufgeregten Hunden, Ungehorsamkeit und Enthemmung, zu Streit und schlimmstenfalls zu Suchtverhalten mit all seinen negativen Auswirkungen.
Wozu also das Risiko?
Wozu ausprobieren, ob es gut geht, wenn das das mögliche Resultat ist?
Ein Suchtverhalten ist furchtbar anstrengend, nimmt den Fokus von allem Erfreulichen, allem was zum Leben gehört und lässt nur noch einen Gedanken zu.
Dem Hund den Ball zu entziehen kann regelrechte Entzugserscheinungen auslösen. Schlafstörungen, Aggression, selbstzerstörerische Handlungen, wie das Aufbeißen der Pfoten, völlige, soziale Inkompetenz, Fressstörungen, extreme Stresssymptome und vieles mehr.
Manchmal über Wochen.
Oft zeigen die betroffenen Hunde dieses Verhalten bereits nach wenigen Stunden nach dem „Konsum“ zu Hause. Der Besitzer hält das schlimmstenfalls dann noch für ein Zeichen, dass der Hund mehr ausgelastet werden müsste und macht noch mehr Bewegungsreiz Spielchen, vielleicht sogar noch im Haus, was die Situation immer mehr verschlimmert.

Selbst nicht so schlimm betroffene Hunde können durch die ständige Enthemmung des Hetzens eine allgemein verschlechterte Impulskontrolle entwickeln. Was in allen Momenten, in denen der Hund sich zurückhalten muss negative Auswirkungen hat.
Was geübt wird klappt besser, als das, was nicht geübt wird.
Ganz einfache Rechnung.
Dreimal am Tag Enthemmung üben durch kopfloses Hetzen, gegen einmal die Woche in der Hundeschule Impulskontrolle und Zurückhaltung üben. Was soll der arme Hund denn da lernen können?
Viel schwerer kann ich es ihm nicht machen sich in Mäßigung zu üben.
Je jünger der Hund, desto größer die Gefahr.

Dazu kommt, dass sich ein ausgeprägteres und vor allem fehlgeleitetes Jagdverhalten entwickeln kann.
Also den Spaß am Jagen, so wie das Jagen des Balls, auf andere Gegenstände, oder sogar Lebewesen übertragen.
Radfahrer, kreischende Kinder, kleine Hunde. Auf einmal öffnet sich der jagdlich motivierte Horizont der Hunde, durch die ständige Wiederholung des Hetzens.
Denn der Ball, oder Stock wird gehetzt. Es ist kein Spiel, es ist Jagdverhalten, was da geübt wird.
Und wer viel übt und merkt, dass die gleichen berauschenden Gefühle ausgelöst werden, egal ob man nun ein Kaninchen, einen Ball, oder ein Kleinkind jagt, der wird eventuell zu einer Gefahr.
Ja, das muss nicht so kommen. Aber es kann.

Und alleine das sollte Grund genug sein es zu lassen, dem Hund Bälle und andere Dinge zu werfen, denn wozu?
Der Hund kann in so vielen Momenten rennen, spielen, toben, wenn er es will.
Man kann so viele Möglichkeiten nutzen ihn körperlich zu fordern und zwar gesund und gelenkschonend und auch gehirnschonend.
Wenn es wirklich nur um den Spaß am rennen gehen würde, dann würde doch der Hund auch ohne Ball gerne rennen und kann das doch auch.
An der Leine am, Fahrrad, falls er wegläuft, beim Joggen, beim Spazieren gehen, beim Treffen mit anderen Hunden, im Garten. So viele Möglichkeiten Spaß zu haben ohne das Risiko ein zu gehen den Hund aus versehen verrückt zu machen.
Viel Spaß also, bei einem ganz normalen Spaziergang und dem Entdecken der Welt!

Kennst Du den Spruch, dass man immer den Hund bekommt, den man braucht um sich weiter zu entwickeln? Der ist irgendwie richtig und irgendwie richtig philosophisch.
Denn genau genommen ist jede Beziehung zu Lebewesen ein Kontakt, der Dich fordert Selbstreflexion zu betreiben und Dir Hilfe zu holen, um an dieser Beziehung zu wachsen.
Eine soziale Beziehung zeigt Dir immer Deine Schwächen auf und bringt Dich in Reibung mit dem Anderen.
Deswegen bekommst Du auch genau den Partner*in, den Du brauchst, die Freunde und die Cheffin.
Aber wer hat da eigentlich den Hund vergessen?
Der ist doch auch ein hochsoziales Lebewesen mit Bedürfnissen und Ansichten, einem eigenen Charakter und persönlicher Eigenarten.
Wieso wird der eigentlich immer so betrachtet, als sei er immer nur das Instrument für den Menschen?
Wieso ist der Mensch nicht der, den der Hund braucht?
Ein bißchen überheblich zu glauben, dass der Hund nur den Auftrag hätte mir etwas zu geben, ich dabei aber in seinem Leben völlig unerheblich sei.
Als wäre er so ein reines Einhornwesen, dass sich nicht entwickeln kann, dass keine Anregung und auch mal Probleme braucht um zu wachsen?
Fertig geboren und damit auch unfähig sich zu entwickeln, Probleme zu stemmen und sich an Schwierigkeiten zu reiben.
Wie sehr wir unseren Hunden damit doch ein selbstbestimmtes Leben und eine Fähigkeit zu erwachsenem Handeln absprechen. Als würden nur wir sie formen, für alles in ihrem Leben verantwortlich sein und sie ohne uns lebensunfähige, Hüllen sein, die umherdümpeln und nicht wissen, was sie tun sollen.
Auch ein Hund wird erwachsen, selbstständig, selbstbewusst. Wenn man ihn lässt.
Er ist kein Kind, kein Baby und auch nicht unfähig.
Er erwartet nicht von uns alles zu lösen und zu können, denn auch er kann Dinge.
Und er kann Probleme bewältigen, genau wie wir…vielleicht sogar manchmal besser.
Er zerbricht nicht an Aufgaben und Schwierigkeiten, er wird nicht traumatisiert, nur weil nicht alles zu seiner vollständigen Zufriedenheit läuft und er hat die Gabe sein Leben neu zu ordnen.
Genauso wie wir Menschen.
Er lebt nicht vom puren Vertrauen in unsere Unfehlbarkeit, sondern kann auch Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit entwicklen…wenn man ihn lässt.
Ihn davon ab zu halten eigenständig zu werden ist also keinesfalls nett. Ihm alle Probleme vom Hals zu halten vielleicht gut gemeint, aber nicht gut.
Und ihm zu verwehren auch mal mit uns in Konflikte zu geraten, Dinge machen zu müssen, die doof sind und sich zum Wohle der Freundschaft auch an zu strengen und mit zu denken, oder etwas nicht zu bekommen ist genau genommen übergriffig und verhindert das Erlernen wichtiger, sozialer Fähigkeiten.
Jeden Wunsch von den Augen ab zu lesen, sofort zu erfüllen und absolut niemals Ansprüche zu stellen, oder zu erstreiten, dass Regeln eingehalten werden ist nicht nett.
Es ist die Entsagung eigener Kompetenz und das verwehren von dem, was der Hund am wichtigsten braucht: Soziale Interaktion!
Dazu gehört Liebe, Gemeinsamkeit, Vertrauen und sich einig sein genauso wie Streit, Abgrenzung und das Durchsetzen von eigenen Bedürfnissen. Für beide Seiten, nicht nur für den Hund.
Und vielleicht sind wir ja der Mensch, den sich unser Hund zwar nicht gewünscht, aber immer gebraucht hat?
Also trauen wir unseren Hunden mal zu, Stress bewältigen zu können, mit unseren Fehlern umgehen zu können, uns zu vertrauen, auch wenn wir mal nicht auf den Punkt zur Rettung geeilt sind und sowieso das Leben zu schaffen, ohne unsere ständige Bestätigung.
Wir könnten doch einfach mal richtig gute Freunde sein, die sich gegenseitig etwas geben und sich gegenseitig nerven, so wie es Freunde nun mal machen.
Und unsere Hunde könnten wir bewusst erwachsen sein lassen, erleben und herausfinden lassen und ihnen zutrauen, dass sie auch die anstrengenden Dinge des Lebens gemeistert bekommen, ohne unsere Hilfe, einfach weil sie es können, oder zumindest, damit sie es lernen können.

Vielleicht ist es auch ein Virus-Vizsla, ein Pandemie-Pudel, oder Homeoffice-Hovawart.
Auf jeden Fall ist es ein Hund, für den eigentlich nie die Zeit da war und der nun trotzdem eingezogen ist.
Einerseits ein gutes Zeichen. Anscheinend haben wir uns alle schon an die Corona-Situation gewöhnt und glauben nun, dass es ewig genauso weiter gehen wird. Oder zumindest für die nächsten 15 Jahre. Denn 15 Jahre sind der ungefähre Richtwert eines Hundelebens, wenn der Hund nicht grade vollständig kaputt gezüchtet wurde.

Verständlicherweise sind grade viele Menschen einsam, isolierter als vorher und sehnen sich nach Kontakt. Verständlich auch, einen Hund haben zu wollen, denn Hunde sind toll.
Im Homeoffice gibt es auf einmal Zeit und Möglichkeiten, sogar die Kinder sind zu Hause, um den Hund zu füttern und alles passt ganz wunderbar.
Leider ist es manchen aber nur jetzt passend und in einem halben Jahr sieht es plötzlich ganz anders aus. Der süße Welpe ist dann in der blühenden und nervenden Pubertät angekommen, macht alles kaputt, pinkelt an den Ficus im Wohnzimmer, zerrt an der Leine und knurrt, wenn sich jemand dem Schreibtisch nähert unter dem er liegt.
Der Traum vom Bürohund nach Corona platz schnell, wenn der Kollege sich nicht mehr traut auf die Toilette am Hund vorbei zu gehen, oder dem Chef während der Vorstandssitzung das Leberwurstbrot aus der teueren Ledertasche entwendet wurde…durch die Tasche, ohne den Deckel zu öffnen.
Den Hund mit zur Arbeit nehmen zu dürfen ist großartig, heißt aber nicht zwangsläufig, das es auch klappt.
Genauso wie sich bei weitem nicht jeder Hund zum Therapiehund, oder Schulbegleithund eignet, nur weil es so schön praktisch wäre.
Ist der Alltag darauf ausgerichtet, dass der Hund später mit kommen KANN, dann ist es eine wunderbare Chance auch nach Corona einen Hund halten zu können. Ist es aber notwendig, dass der Hund mitkommen MUSS, damit es klappt, dann wird es zu Problemen führen.

Was passiert mit den Hunden, die unbedarft geholt wurden, weil die Situation es jetzt zu lässt?
Lernen wir grade Hunde doch in unseren Alltag zu integrieren, auch wenn es schwierig wird, oder wird es im nächsten Jahr überquellende Tierheime geben?

Eine weitere und wichtige Fragen ist auch die, woher die Hunde stammen. Der sehnliche Wunsch so vieler sorgt nämlich dafür, dass es kaum noch Welpen gibt.
Die, die es gibt sind nicht selten schnell hergestellt worden, um den Markt zu bedienen.
Mit etwas Pech überstürzt zusammengestellte Elternpaare oder mit Hündinnen gezüchtet, die eigentlich dringend noch ein Jahr Zuchtpause bräuchten, um sich von der letzten Geburt zu erholen.
Manch einer kauft einen Welpen bei findigen Privatpersonen, die ohne Sinn und Verstand irgendwelche Hunde kreuzen und die Welpen verkaufen, weil sie einen Markt wittern.
Selbst die importierten Tierschutz Hunde werden von gierigen Vermittlern benutzt, um unter dem Deckmantel der Rettung Hunde bewusst zu produzieren und Welpen nach Deutschland als angebliche Straßenhunde im großen Stil zu verkaufen.
Das muss nicht sein!
Natürlich gibt es auch verantwortungsbewusste Züchter, die sowieso genau jetzt Welpen geplant hatten und ihre neuen Besitzer ganz genau auswählen. Genauso wie es tolle Tierschutzorganisationen gibt, die auch in dieser Zeit nicht einfach alles herschiffen, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
Die beiden voneinander zu unterscheiden ist nur schwer für manchen Laien.

Richtig blöd da stehen auch die Menschen, die sich jetzt einen Hund zulegen wollen, weil sie tatsächlich sowieso einen zu sich genommen hätten, ganz ohne Corona und Homeoffice.
Die immer schon Hunde hatten, deren alter Hund grade gestorben ist und die einfach nur tolle und verantwortungsvolle Besitzer wären.
Die werden mit ihrem Welpen angeschaut, wie die Bürokraft, die für die ganze Firma Klopapier einkaufen gehen soll und mit fünf Packungen an der Kasse vom Supermarkt steht.

Was uns das Ganze bringt können wir alle nur ahnen.
Hoffen wir, dass es für Hunde und Menschen gut ausgehen wird und das jeder, der heutzutage einen Hund sucht sich die Mühe macht genau zu prüfen, wo dieses Tier her kommt.

Ab sofort sind alle hier erhältlichen Vorträge und Webinar-Mitschnitte von der TÄK SH anerkannt! Das bedeutet, dass Du sie als zertifizierter Hundetrainer als Weiterbildungsnachweis einreichen darfst, um Deine behördliche Zertifizierung aufrecht zu erhalten. Als Zeitangabe zählt dabei jeweils die Vortragslänge (maximal 1,5 Stunden!). Ich freue mich sehr, dass die Vorträge damit offiziell als fachlich kompetente Weiterbildung angesehen und anerkannt sind. Schau doch mal im Shop, vielleicht findest Du auch noch ein Thema, das Dich interessiert.

Die neuen Videos sind poliert und sortiert und werden täglich mehr. Der Shop ist betriebsbereit und durchgewischt wurde auch schon. Fehlst nur noch Du! Stöbere doch mal durch die Gänge und lass Dich inspirieren von lauter tollen Videovorträgen zum Thema Hund. Und solltest Du wirklich nichts finden, dann schau bald wieder rein, denn es gibt noch so viel mehr Stoff für neue Video-Themen!

Endlich ist es so weit und meine neue Homepage mit eigenem Shop geht online. Du kennst meine Homepage vielleicht noch unter ihrem alten Namen “Lotte-Hundetraining”. In diesem Fall macht der Mai also wirklich alles neu. Was bleibt ist, dass ich mir zur Aufgabe gemacht habe Dich mit wichtigen und professionellen Inhalten zum Thema Hund zu versorgen. Und das kurzweilig und verständlich. Hier kannst Du jetzt weiterhin Einzelberatungen und Training mit mir buchen, oder die Möglichkeit nutzen, Dir meine Vorträge zu diversen Hundethemen herunterladen. “Wissen to go” also! Das macht es für Dich besonders praktisch und einfach und ist eine kostengünstige Bereicherung zu meinen Seminaren. Egal, ob Du Hundetrainer bist und Dich hochwertig weiterbilden möchtest, Dich auf eine bevorstehen de Prüfung vorbereiten möchtest, oder nochmal nachsehen willst, wie das nochmal genau war mit diesem einen, speziellen Thema, hier wirst Du fündig! Und auch als Hundebesitzer bekommst Du hier alle wichtigen Grundlagen und Hintergrundwissen um optimal verstehen und erziehen zu können. Wenn Du die Hundesprache erlernen möchtest und genau wissen willst warum sich Hunde so oder so verhalten, dann bist Du hier genau richtig! Leg also los und hol Dir die Videos hier im Shop. Du wirst sie lieben!

Es gibt viele Berichte zu diesem Thema, und man kann die Antwort schnell zusammenfassen:

Hunde sollten jeden Tag mehrere Stunden wirklich entspannt schlafen können.

Und damit ist wirklich Schlafen am Tag gemeint, nicht der Schlaf in der Nacht, der kommt zusätzlich hinzu.

Schlafen ist herrlich.

Erfrischend, beruhigend und absolut notwendig für Körper und Seele.

 

Alte Hunde und Welpen schlafen deutlich mehr und sollten in diesem Bedürfnis auch ernst genommen werden.

Während der alte Hund einfach mehr Erholung braucht und schneller erschöpft ist, ist es für den Welpen zwingend notwendig, seinem Gehirn im Schlaf die Möglichkeit zu geben, Prozesse zu verarbeiten und zu lernen.

 

Es könnte also eigentlich ganz einfach sein.

Schlaf ist notwendig und gesund. Er hilft beim Lernen und Verarbeiten von Erlebnissen und Erfahrungen und gehört zum Hundeleben dazu.

 

Was aber immer wieder auffällt ist, dass einige Hundebesitzer diese Information verdrehen, um damit soziale Vernachlässigung zu rechtfertigen.

Viele Hunde sind täglich 10 Stunden allein in der Wohnung, während die Besitzer bei der Arbeit sind.

Erklärt mit der Begründung, sie würden sowieso den ganzen Tag schlafen.

Ein Schlafbedürfnis zu erfüllen heißt aber nicht zwangsläufig, dass der Hund sozial isoliert sein sollte.

 

Viele Hunde schlafen besonders gern und vor allem besonders entspannt in der Nähe ihrer Menschen oder Hundekollegen.

Manche ziehen sich auch gern in die andere Ecke des Zimmers zurück, oder liegen im Schlafzimmer, während der Besitzer im Arbeitszimmer am Computer arbeitet.

Dann und wann wacht der Hund auf, streckt sich und nimmt vielleicht kurz Kontakt zum Besitzer auf, bevor er sich wieder hinlegt.

Durch diese potenzielle Nähe können diese Hundetypen besonders entspannt schlafen.

 

Alte Hunde und auch Welpen wachen manchmal völlig desorientiert auf und müssen erst einmal verwirrt sortieren, wo sie sind.

Der kurze Kontakt oder Blick zum Sozialpartner kann dann schon ausreichen, um sich wieder zu beruhigen.

 

Es gibt sogar Hunde, die nur mit Körperkontakt zu ihrem Menschen oder anderen Hunden wirklich tief schlafen können.

 

Einfach davon auszugehen, dass es schon für jeden Hund erholsam sein wird, allein zu sein, kann also auch nicht die richtige Antwort sein.

Wie so oft ist es notwendig, sich seinen Hund genauer anzuschauen und zu beachten, was zu ihm und seinem Leben alles dazugehört.

 

So gibt es Hunde, für die es zwingend wichtig ist, endlich mal ihre Ruhe zu bekommen und weit weg vom Besitzer allein schlafen zu können. In einem abgeschiedenen Raum, vielleicht sogar einer verschlossenen Box in einem dunklen Zimmer.

Diese Hundetypen sind Hans Dampf in allen Gassen, überall auf der Suche nach Aktion und Aufmerksamkeit und nur nachts wirklich ruhig.

Ihnen tut man einen Gefallen, eine „stille Treppe“, einen Rückzugsort zu etablieren, an dem wirklich einfach nur geschlafen wird.

Genau das kann wiederum für einen anderen Hundetyp den blanken Horror bedeuten.

 

Als Besitzer lässt es sich leicht herausfinden, welcher Schlaftyp der eigene Hund ist, wenn man sich von den Informationen freimacht, die man sich mühsam angelesen hat.

So kann sich jeder Besitzer fragen: Wann schläft mein Hund wirklich durchgängig, tief und fest?

Was macht die Bedingungen dafür aus und wie kann ich versuchen, diese tagsüber nachzuahmen?

Wie kann ich Schlaf in qualitativ hochwertigen Schlaf für meinen Hund verwandeln?

Und bin ich als Mensch überhaupt dazu in der Lage, meinen Hund wirklich schlafen zu lassen und ihn nicht ständig mit meinem eigenen Bedürfnis nach Kontakt abzulenken?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass nicht der Hund es nicht ertragen könnte, den ganzen Tag „sinnlos“ unter dem Schreibtisch von Herrchen zu verschlafen, sondern dass Herrchen ständig streicheln, ansprechen und antworten muss, wenn der Hund nur einmal den Kopf hebt.

 

Schlafen entspannt und erholt.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass das ganze Leben ausschließlich aus Schlaf bestehen sollte.

Genauso wie Schlaf gehören zum Leben Bewegung, neue Eindrücke, sozialer Kontakt und frische Luft.

Manchmal lässt sich das Ganze miteinander verbinden.

Ein Schläfchen im Garten, oder neben einem Hundefreund zusammengekuschelt hat eine andere Qualität des Zusatznutzens, als das einsame, gelangweilte Warten auf den Besitzer.

 

Schlaf kann außerdem gezielt eingesetzt werden, um zum Beispiel das Lernen zu erleichtern. Gibt man dem Hund die Möglichkeit, nach dem Lernen neuer Verhaltensweisen, insbesondere dem Erlernen von Hemmungen, zu schlafen, so wird das neu Gelernte besser und tiefer im Gedächtnis abgespeichert.

Wer also gerade eben mit seinem Hund auf dem Hundeplatz geübt hat sich das Jagen zu verkneifen, der tut gut daran, den Vierbeiner danach nicht mit einem wilden Jagdspiel zu belohnen und all die bremsenden Prozesse im Hundekopf wieder auszuschalten, sondern ihn am besten direkt in einen Raum zu bringen, in dem der Hund ruhig und ohne Ablenkung schlafen kann.

So wird die Fähigkeit, sich in Zukunft besser und schneller zusammenzureißen zusätzlich gefördert und der Hund optimal im Lernprozess unterstützt.

 

Wieder einmal wird vieles erst im Kontext logisch. Alles ist miteinander verbunden, und die richtige Antwort auf das persönliche Schlafbedürfnis eines Hundes hängt von seiner Persönlichkeit und den individuellen Lebensumständen ab.

„Zu viel“ oder „zu wenig“ ist relativ.

Meine Meinung ist, dass es immer eine gut überlegte Einzelfallentscheidung sein sollte, ob es Sinn macht, einen Hund zu kastrieren.

Es gibt einige gute Gründe dafür und einige gute Gründe dagegen.

Am Schönsten fände ich, wenn die bereits erforschten Fakten allen zugänglich und klar wären, damit die Entscheidung auf einer guten Basis getroffen werden kann.

 

Was mich schockiert ist weniger die Tatsache, dass so viel kastriert wird, sondern eher wann und warum.

Selbst viele Tierärzte machen mir mit ihrer Uninformiertheit Sorgen.

Da wird mit Vorurteilen des letzten Jahrhunderts um sich geworfen, oder beim Gedanken an Krebsvorsoge vergessen, dass auch die Kastration das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.

Durch eine frühe Kastration verhindert man also nicht, dass der Hund Krebs bekommt, man ändert nur die statistische Wahrscheinlichkeit, welchen Krebs er bekommt.

 

Dazu kommen dann Gründe, die sich mir nicht erschließen wollen.

Da springt ein sehr junger Rüde dreimal bei einem anderen Hund auf, oder wird beim Geruch der ersten läufigen Nachbarshündin unruhig, und schon wird von Hypersexualität gesprochen und geschnitten.

Mal ganz ehrlich, wie wichtig war Dir das andere Geschlecht, als Du ungefähr 16 Jahre alt warst?

Ich würde mal sagen, dass ein ziemlich großer Teil des Denkens und Handelns in der Pubertät  mit Liebe, Sexualität und Freundschaften zu tun hat.

Das ist in der Pubertät des Hundes nicht anders.

Und es zeigt sich bei uns, dass die meisten trotz verpasster Kastration im Jugendalter wieder ganz normal werden, einfach nur durchs Erwachsenwerden.

Ein großes Interesse an Sexualität bei einem jungen Rüden ist also erstmal völlig normal und sagt nichts darüber aus, wie er sich als Erwachsener benehmen wird.

Und wie beim Menschen ist auch hier eher die Erziehung ausschlaggebend, ob sich später anständig benommen wird.

 

Auch Hündinnen werden immer wieder in meinem Umfeld kastriert, weil sie scheintragend werden.

Da versteckt die Hündin nach der Läufigkeit eine Socke in ihrem Körbchen, und schon wird mit der Begründung des schwerwiegendes Leids in einer großen Bauchraumoperation ein Organ entnommen.

Die Scheinträchtigkeit der Hündin ist ein normaler und natürlicher Prozess und heißt erstmal noch nichts. Ob die Hündin dabei so extrem reagiert, dass man von Leid sprechen kann, muss individuell betrachtet werden.

 

Wie oben bereits erwähnt, bin ich nicht grundsätzlich gegen Kastration.

Ich bemerke in meiner Arbeit nur immer mehr völlig unkontrollierte und ungehemmte Hunde, die durch die fehlende Reifung, die eine frühe Kastration bewirkt, lebenslang Probleme mit ihrer Selbstkontrolle haben.

Ich habe immer mehr Rüden im Training, die durch eine Kastration einen so niedrigen Testosteronspiegel haben, dass sie unter den gut erforschten Nebenwirkungen einer Unterversorgung leiden:

Erhöhte Aggressivität, Unruhe, Unsicherheit, aufbrausendes Verhalten, unfaires Verhalten und schlechte Hemmung in der Auseinandersetzung.

Weil viele immer noch denken, dass Rüden durch ihre Unversehrtheit öfter Aggression zeigen, ist es in der Hundewelt immer noch nicht zur Genüge durchgedrungen, dass zu wenig Hormone ebenfalls aggressives Verhalten hervorrufen.

Nur eben noch enthemmter und heftiger, weil es grundsätzlich durch Unsicherheit entsteht.

Dazu kommen körperliche Mängel wie Inkontinenz, Muskelschwund und damit verbundene Gelenkprobleme.

In meinem Arbeitsalltag gibt es öfter Hunde, die erst durch ihre Kastration störendes Verhalten zeigen, als solche, denen eine Kastration helfen würde sich sozial angepasster zu verhalten.

Selbstkontrolle wird nun einmal schlechter, wenn der Hund zu früh kastriert wird. Was nützt es da, dass Fifi zwar mit allen Jungs klarkommt, aber ansonsten ein aufgedrehtes Nervenbündel ohne jegliche Impulskontrolle ist?

 

Das sind keine Glaubensfragen oder Dinge, zu denen jeder mal seine persönliche Meinung beitragen müsste, sondern erforschte Fakten.

Ich verstehe nicht, dass hier immer noch „mein Rüde hat aber…“ als Argument für belastbare, wissenschaftliche Argumentationen herhalten müssen.

 

Das Verhindern eines ungewollten Deckaktes ist übrigens kein Grund, auch nicht für Tierschutzorganisationen, die ebenfalls noch häufig prophylaktisch alles abschneiden, was man abschneiden kann.

Wer operativ verhindern möchte, dass Welpen entstehen, der kann auch einfach die Samenstränge des Rüden durchtrennen lassen.

Das ist eine bedeutend kleinere OP mit weniger Risiko.

Alles bleibt drin, nur die Fruchtbarkeit des Hundes ist damit ausgeschaltet.

Abgesehen davon ist es auch ganz normalen Menschen möglich, ihre läufige Hündin angeleint zu lassen oder auf ihren intakten Rüden aufzupassen, ganz ohne dafür Raketenwissenschaft studiert haben zu müssen.

Zweimal im Jahr werden die Mädels läufig, Rüden nicht draufhopsen lassen, fertig.

 

Es ist sehr bezeichnend, dass man bei Menschen nach Möglichkeit niemals kastriert.

Wenn überhaupt, dann kann man sich sterilisieren lassen, also unfruchtbar machen lassen.

Das Entnehmen von Organen wird aber immer vermieden, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Und zwar weil es gefährlich ist, das Risiko diverser Krebsarten erhöht und so viele mögliche Nebenwirkungen hat, dass man die Organe nach Möglichkeit immer im Körper belässt.

 

Beim Hund dürfte man also zumindest genau überlegen, ob eine Entnahme des Organes wirklich notwendig ist.

Und wenn man wirklich kastrieren möchte, dann bitte, bitte, nach dem Verlauf der Pubertät.

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Hund unnormal ist, oder doch besser früh als spät kastriert werden sollte, dem rate ich, sich mehrere Meinungen von unabhängigen Fachleuten zu holen.

Das Messen der Hormonwerte ist einfach und gibt direkten Aufschluss darüber, ob tatsächlich extrem viele Hormone der einen oder anderen Art im Körper sind.

Der Tierarzt muss dafür nur einmal Blut abnehmen.

 

Auch ein Hund hat eine Pubertät und es ist völlig normal, dass diese Zeit von Diskussionen und Ärger geprägt ist.

Mit Geduld, Konsequenz, Ruhe und Durchsetzungskraft und vielleicht der Hilfe eines guten Hundetrainers wird sich das Ganze auch wieder normalisieren.

Und sollte wirklich alles für eine Kastration sprechen, dann kann man immer noch kastrieren, wenn der Hund erwachsen ist.

 

 

 

-Dieser Text darf selbstverständlich geteilt werden, die Rechte verbleiben aber bei der Autorin (Maren Grote). Auch Diskussionen und Erfahrungsberichte freuen mich, bleibt dabei bitte sachlich und höflich miteinander 😉  –